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„Wir tracken jedes Kilo Plastik, das wir aus den Flüssen holen“

Felix Vieg, Partnerships Manager bei Plastic Fischer, über Impact Investment, das messbar gegen die Verschmutzung der Meere wirkt.

Eine genauso nachhaltiges wie soziales Investment bietet der Träger des Impact Awards 2026: Plastic Fischer sammelt weltweit Müll in Flüssen mittels Barrieren, bevor er in die Ozeane gelangen und sich dort zu Mikroplastik zersetzen kann. CEO Karsten Hirsch war per Live-Schalte dabei, Partnerships Manager Felix Vieg nahm die Ehrung entgegen. Das Startup stellten Genui-Stifter Sumeet Gulati und Unternehmer Torsten Toeller (Fressnapf) vor.

Real Impact – was bedeutet das genau?
Der Impact ist messbar und sichtbar. Wir tracken jedes Kilo Plastik, das wir aus den Flüssen holen, an unseren Standorten in Indien und Indonesien. Wir können nachweisen, dass wir unser Versprechen umsetzen. Bei Umweltprojekten gibt es oft hehre Ziele. Aber es ist dann schwer, sie wirklich zu erreichen. Reeller Impact passiert genau dann, wenn man sich Ziele setzt und diese auch wirklich umsetzt.

Viele Unternehmen möchten nachhaltiger handeln, haben aber Sorge vor Greenwashing-Vorwürfen. Wie kann Impact Sponsoring glaubwürdig gestaltet werden? 
Wir sind auditierbar. Unsere Partner können ihre Unterstützung ebenfalls auditieren lassen. Und wir setzen auf faktenbasierte Kommunikation. Wir versprechen keine Labels oder Rankings. Wir begleiten auch die Unternehmen in der Kommunikation. Dadurch schützen wir die Reputation unserer Unternehmenspartner und auch unsere eigene.

Welche Rolle spielen lokale Teams und lokale Strukturen?
Die allerwichtigste. Wir haben nur drei Vollzeitstellen in Deutschland, aber knapp hundert an den Standorten. Wir setzen auf lokales Ownership, rekrutieren Angestellte aus den betroffenen Communities und geben ihnen Vollzeitjobs. 

Wie argumentieren Sie gegenüber den Investoren?
Wir reden nicht um den heißen Brei herum: Nachhaltiges Engagement erfordert zunächst ein finanzielles Investment. Aber dieses zahlt sich über strategische Kernvorteile aus, die sich messbar beziffern lassen: Das erste sind klare Corporate-Social-Responsibility-Kennzahlen für Nachhaltigkeit. Das zweite ist Employer Branding – das ist bei der Suche nach Talenten in einem globalen Arbeitsmarkt wichtig. Das dritte ist starkes Marketing: Man kann transformative Geschichten erzählen, ohne in Greenwashing zu geraten.

Welche Branchen sind an einer Kooperation interessiert?
Das sind einerseits Ozean-Liebhaber. Die Allianz, einer unserer Partner, hat zum Beispiel Ocean Resilience in der Konzernstrategie. Dann haben wir Mittelstand und Familienunternehmen, die in Generationen denken. Und natürlich sind es Unternehmen, die mit Plastik oder Polymeren arbeiten.

Was ist der Unterschied zu einer klassischen Spende?
Bei uns darf man eine Gegenleistung erwarten. Das ist die Unterscheidung, die der deutsche Staat steuerlich macht. Die Kosten sind absetzbar, als Ausgaben für Marketing oder Sponsoring. Wir dürfen Marketingmaterial liefern und ein Stück weit für Marken werben, die uns unterstützen.

Was sind Ihre nächsten Ziele? 
Plastic Fischer gibt es jetzt seit sieben Jahren. Wir sehen, dass die Technologie, die wir einsetzen, und die Möglichkeit, sie zu skalieren, funktionieren. Wir sind mit sieben Projekten in Indien und einem in Indonesien aktiv, gerade haben wir die Marke von drei Millionen Kilo geknackt. Jetzt geht es darum, diese Skalierung weiter voranzutreiben und auf ein Niveau zu heben, das dem Problem angemessen ist.

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